Vespa Motor stottert


Bei älteren Vespa-Motoren kommt es häufiger vor, dass sie anfangen zu stottern. Dies kann verschiedene Gründ haben und man muss Schritt für Schritt jeden einzelnen durcharbeiten. Zunächstmal stellt sich natürlich die Frage: Was ist das Stottern überhaupt? Was passiert dabei im Motor? Ist es schädlich?

 

Motorstottern – wenns einfach nicht brennt

Ein Vespamotor sollte unter Last (also wenn man Gas gibt) kontinuierlich zünden. Er sollte also bei jeder einzelnen Motorumdrehung eine sauber Explosion im Brennraum auslösen. Wenn dies der Fall ist, haben wir einen gleichmäßigen Motorlauf. Die einzelnen Zündungen sind dabei i.d.R. so schnell hintereinander, dass wir es als gleichmäßiges Geräusch wahrnehmen. Nur bei langsam laufenden Motoren kann man die einzelnen Zündungen hören. Tragisch ist das Stottern in der Regel nicht, allerdings weist ein stotternder Motor eventuell auf ein größeres Problem hin, dem auf jeden Fall nachgegangen werden sollte

Wenn ein Motor stottert, stimmt etwas mit der Zündung nicht. In diesem Fall zündet er nicht mehr bei jeder Umdrehung, sondern hat Unterbrechungen drin. In diesen kurzen Momenten ist der Motor sozusagen aus – Es findet keine Explosion mehr statt. Stotternde Motor haben also zunächst einmal Aussetzer bei den Explosionen. Aber warum verbrennt das Gemisch (aus Sprit und Luft) nicht?

 

Zündenergie reicht nicht aus

Unser Gemisch wird durch einen Zündfunken zur Verbrennung gebracht. Die Zündanlage der Vespa (welche hinter dem Lüfterrad sitzt) sorgt dafür, dass im richtigen Moment ein Funke an der Zündkerze entsteht und damit das Gemisch angefeuert wird. Ist dieser Zündfunke zu schwach, oder garnicht vorhanden, kann es zu Zündaussetzern kommen. Dies könnte sich als Stottern bemerkbar machen.

Interessant ist es übrigens, dass ein Funke allein nicht ausreicht. Es kommt häufiger vor, dass wir Motoren haben, die trotz vorhandenem Zündfunken nicht laufen. Wichtig ist nämlich auch, dass der Funke stark genug ist. Nur ein starker Funke entwickelt genügend Hitze in seiner Umgebung, um das Gemisch zu zünden. Man kann sich also leider nicht drauf verlassen, das ein sichtbarer Funke auch tatsächlich gut ist.

Egal ob der Funke weg ist, oder schwach. Das stottern würde in beiden Fällen an der Zündanlage liegen. Es wäre also ein erster Schritt, die Zündanlage durchzuprüfen. Dies ist im Detail eine intensive Untersuchung und schreit nach einem eigenen Thema. Soviel sei gesagt: Die Überprüfung sollte an Zündkerze, Zündkerzenstecker, Zündkabel, Zündspule, Anschlusskabeln, Isolierungen, Zündkontakt, Kondensator, Pickup, Erregerspule und Polrad vorgenommen werden. Zu jedem einzelnen Teil gibt es viel zu sagen.

 

Gemisch nicht zündfähig

Angenommen der Funke hat genug Leistung, die Explosion findet aber trotzdem nicht statt, so bleibt als Ursache nur die Zündfähigkeit des Gemischs übrig. Je nach Zusammensetzung von Sprit und Luft variiert die Zündfähigkeit ganz erheblich. Vorallem wenn mit zuviel Sprit gefahren wird (also zu fett), nimmt die Zündfähigkeit ab. Eine zu fette Vergasereinstellung, also z.B. eine zu große Hauptdüse, kann dazu führen. Auch ein zugesetzter Luftfilter, der den Luftanteil verringt führt zu einem fetteren Gemisch. Man sollte also seine Vergasereinstellung kontrollieren. Hinweise für eine zu fette Abstimmung sind starke Abgase oder eine nasse/verrußte Zündkerze.

Die Zündfähigkeit könnte allerdings auch noch durch andere Dinge beeinflusst werden. Zu nennen wären hier eine zu niedrige Verdichtung, ein verstopfter Auspuff oder Probleme beim Überströmen des Gemischs. Zunächst mal zur Verdichtung: Wenn diese zu niedrig ist, weil der Kolben verschlissen ist, wird das Gemisch nicht stark genug komprimiert. Eine geringe Kompression setzt den Wirkungsgrad des Motors und die Effizient der Verbrennung herunter. Ein verstopfter Auspuff wiederrum sorgt dafür, dass die Abgase nicht vollständig aus dem Brennraum herauskommen. Bei der nächsten Zündung haben wir dann Frischgas (neues Gemisch) und Altgas (Abgas) verschmischt. Dies hemmt die Zündung auch ganz erheblich.

Ähnlich kann es bei defekten Wellendichtringen, Dichtungen oder einem Defekten Einlass sein. Alle diese Faktoren beeinflussen den Gastransport im Motor. Wenn also das frische Gemisch aus dem Kurbelwellenraum in den Zylinder gespült wird. Wir sprechen hierbei vom „Überströmen“. Wenn dieser Überströmvorgang nicht korrekt funktioniert und das Gemisch nicht im Brennraum ankommt, haben wir das gleiche Phänomen wie bei einem verstopften Auspuff -> Frischgas und Altgas vermischen sich zu einem schlecht Brennbaren Gemisch.

 

Fazit

Ein stotternder Motor ist ein recht allgemeines Phänomen. Es kann viele verschiedene Ursachen haben. Um die Lösung zu finden muss man sehr systematisch vorgehen und Schritt für Schritt alle Ursachen abhaken. Dies kann mitunter Stunden dauern. Erfahrung hilft natürlich viel und mit der richtigen Intuition kommt man der Lösung meist auch schnell näher.

 

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