Antriebswelle Hinterrad ausgeschlagen


Das Hinterrad einer Vespa ist direkt auf der Antriebswelle vom Getriebe aufgesteckt. Es ist also ein sogenannter Direktantrieb. Man hat keine Kette oder Riemen. Die Getriebewelle ist zugleich Achse und Radlager. Das ist von der Bauart her eigentlich sehr vorteilhaft. Man hat weniger Teile und das Hinterrad ist sehr schnell demontiert. Das Spannen einer Ketten entfällt ebenso.

Damit die Kraft gut übertragen wird, hat man in der Bremstrommel (Mittlerer Teil des Rades) und an der Welle eine feine Verzahnung. Diese Zähne greifen beim Aufstecken des Rades sauber ineinander und sind weitestgehend spielfrei. So wird die Kraft ordentlich übertragen.

Besonders bei leistungsstärkeren Vespas kann es allerdings vorkommen, dass diese Verbindung sich langsam lockert. Beim Wechsel von Beschleunigung zu Bremsen, bekommt diese Verzahnung immer leichte Schläge ab, da sie eben doch ein klein bisschen Spiel hat (sonst würde sie klemmen und man könnte das Rad nicht demontieren). Dieses Spiel ist im Grunde kaum spürbar, aber es reichen schon wenige hundertstel Millimeter aus. Auch eine festgezogene Mutter hilft da nicht viel. Das Drehmoment am Rad ist groß genug, um das Leerspiel der Achse trotzdem zu überbrücken.

Jeder Schlag verformt das Material minimal. Im Laufe von zig tausenden Kilometern werden daher die Zähne auf der Welle immer weiter zerdrückt und immer schmaler. Das Spiel zwischen Antriebswelle und Bremstrommel wird entsprechend immer größer.

Ab einem gewissen Punkt hat man dann wirklich deutliches Spiel im Hinterrad. Dies macht sich bei Lastwechseln und beim Beschleunigen unangenehm bemerkbar.

 

Problemlösung

Um das Problem zu beheben ist es dann leider notwendig, die komplette Antriebswelle zu tauschen, was nur bei gespaltenem Motor funktioniert. Die Vorgehensweise wie man die Antriebswelle wechselt ist im Endeffekt zu 95% gleich, wie beim Schaltkreuzwechsel. Wie das geht erfahrt Ihr hier: Schaltkreuz wechseln.

Aber keine Sorge. Dieses Problem tritt meist nur bei großen Vespas (125 aufwärts) auf und auch nur bei Fahrzeugen mit 20, 30 oder mehr als 40 Tausend Kilometern.

 

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